Baubericht: M 931 mit M 969A1 Tankauflieger
 
"BIG MOVING TARGET" von Oliver Kroh

M 931 mit M 969A1 Tankauflieger, Maßstab 1:87, Roco-Minitanks


 

Nachdem Roco schon die Sattelzugmaschine M 931 mit dem 40-Tonnen-Tieflader herausbrachte, ist nun eine passende Kombination mit dem 5000 Gallon-Tankauflieger auf dem Markt.

Kurz etwas zu den Originalfahrzeugen:
Der M 931/M 932w/W ist heute die Standard-Sattelzugmaschine der US-Armee. Sie werden in großen Stückzahlen vor allem bei den Divisions- und Corpssupportbataillon zum Ziehen der unzähligen Flachbett-, Koffer- und Tankaufliegern eingesetzt. Die älteren Szm. M 52 und M 818 werden heute zumindest in Deutschland nicht mehr gefahren.

Der Tankauflieger M 969A1  ersetzte ab Ende der 80er Jahre die älteren M 131 Tankauflieger, da diese den höheren Sicherheitsanforderungen nicht mehr entsprachen. Die beiden anderen Auflieger der Typen M 970 und M 967 unterscheiden sich vom M 969A1 nur durch das Fehlen der zusätzlichen hinteren Aufstiegsleiter und dem großen Schlauchtrommelkasten auf der linken Anhängerseite. Frühe Ausführungen des M969A1-Aufliegers haben ebenfalls keine Aufstiegsleiter und keine Klappen vor dem Schlauchtrommelkasten. Diese Ausführung war überwiegend im MERDC-Anstrich oder einfarbig Forest-Green zu sehen. Ende 1997 wurde in Deutschland die verbesserte M 969A2-Version eingeführt. Diese Ausführung besitzt weitere interne und externe Be- und Entfüllanschlüsse, Radialreifen mit Straßenprofil und einen einfarbigen Tarnanstrich in Forest-Green. Des weiteren ist die Gefahrgutbeschilderung in US-Norm ausgeführt.

Doch nun zum Modell:
Die Sattelzugmaschine ist bereits gut detailliert, ich habe aber trotzdem einige Verfeinerungen durchgeführt. Nach dem Zerlegen der Zugmaschine entfernte ich erst mal die wenigen Angusstellen; die Sitze der Inneneinrichtung lackierte ich dann in einem dunklen Khakiton, das Lenkrad seidenmatt Schwarz. Das Dach des Fahrerhauses habe ich im Mittelteil dünner geschliffen, damit das Dach etwas eingedrückt aussieht. Ein Fehler des Modells ist die zu weit nach hinten gerutschte Vorderachse des LKWs. Dieses ist jedoch relativ einfach zu beheben. Ich trennte dazu das Differenzialgetriebe mitsamt der Blattfederung vorsichtig vom Fahrgestell ab und versetzte dieses um ca. 2mm nach vorne. Nach der Montage des Fahrerhauses auf das Fahrgestell habe ich die Kleinteile wie Blinkerleuchten, Rückspiegel oder die Haltegriffe angebracht. Das Auspuffrohr habe ich mit einem 1mm-Bohrer etwas aufgebohrt und ein wenig nach hinten gedreht. Unter dem Führerhaus wurde dann noch die fehlende Verbindung vom Luftfilter zum Motor mit einem ca. 1,5mm starken Rundmaterial dargestellt. Ebenso kann man auch das Auspuffrohr unter dem Fahrerhaus bis zum Motor verlängern. Die Zusatzblinker des M 35-Modells trennte ich ab und klebte diese hinter die Blinkerschutzbügel der Zugmaschine. Die Staukiste rechts hinter dem Fahrerhaus habe ich aus einem Stück Plastikmaterial mit den Maßen 8 x 3,5 x 6mm ersetzt und die Reserveradhalterung ebenfalls aus 0,3mm Plasiksheet neu gestaltet. Man sollte auch die Halterung der Sattelplatte überarbeiten und diese um ca. 1mm höher legen.

Der Tankauflieger ist soweit sehr schön, ich habe nur die fehlende Aufstiegsleiter am Heck aus Draht und Sheet ergänzt und die seitlichen Begrenzungsleuchten dem Vorbild entsprechend geändert. Ebenfalls sollte man die Reserveradhalterung am Heck des Aufliegers entfernen, weil man sonst das Reserverad nicht mehr zwischen den Tank und die Leiter bekommt. Bei meinem Modell habe ich die hinteren Schmutzfänger ebenso wie die 3 Sprossen an der vorderen Leiter entfernt und die Versorgungsanschlüsse an der Vorderseite des Aufliegers mit Plastikstückchen ergänzt.

Lackiert habe ich das Gespann im NATO-3-Farb-Tarnstrich, bestehend aus Bronzegrün, Teerschwarz und Lederbraun. Die Umsetzung des Tarnanstriches erfolgte mittels der Originaltarnpläne und Fotos. Für den Grundanstrich verwendete ich ein mit etwas Weiß aufgehelltes Bronzegrün von Roco, danach folgte das Lederbraun und erst zum Schluss das Teerschwarz. Das Braun und das Schwarz habe ich mit dem Pinsel aufgetragen. Nach kurzer Antrocknungszeit (ca. 5 Min) habe ich die Ränder der einzelnen Flecken mit einem dünnen Pinsel und etwas Verdünnung vorsichtig verwischt. Das klingt mühsam, erzeugt aber den realistischen aussehenden, gespritzten Farbauftrag. Die Tankwagenbeschriftungen sind in der Regel in Schwarz ausgeführt, wenn jedoch die Schrift ein schwarzes Tarnfeld berührt, wird diese in Bronzegrün oder Lederbraun fortgesetzt. Da die Tankwagenbeschriftungen der Firmen Roco und Lindenberg diese Schriftform nicht ermöglichen, habe ich alle Beschriftungen per Hand ausgeführt. Um ein gerades Schriftbild zu erhalten, wurde die Ober- und Unterkante der Schrift mit Tesafilm abgeklebt. Ebenso habe ich die sandfarbigen Felder für die  Bumper-Codes einzeln abgeklebt und mit Testors "Sand" lackiert. Weitere Warn- und Hinweistafeln entstammen dem Tankwagenbeschriftungssatz Nr. 373 von Roco. Die Bumper-Codes selbst stellte ich ebenfalls aus dem Roco-Satz Nr. 386 zusammen. Nach der Detailbemalung folgte ein vorsichtiges Drybrushing mit heller Erdfarbe. Mit dieser Farbe wurde auch die Bereifung dem Vorbild entsprechend bemalt. Die zusammengerollten Tarnnetze auf dem Tankauflieger entstanden aus einer Nylonstrumpfhose, die vorderen Gepäckstücke liegen dem ABC-Abwehr-Fuchs von Roco bei. Die Versorgungsleitungen der Sattelzugmaschine habe ich aus zusammengedrehten 0,2mm Kupferdraht dargestellt.

Zum Schluss klebte ich das gesamte Gespann auf ein 3mm dickes Holzbrettchen mit den Maßen 18 x 4,5cm. Den Betonpistenkarton von Verlinden benutzte ich zur Darstellung des Betonbodens eines Motorpools. Begrenzungsmarkierungen entstanden aus Abreibebögen. Die obligatorische Ölauffangwanne unter dem LKW entstand aus Plastic-Sheet, der Unterlegkeil ist aus einem Roco-Zubehörsatz.

Abschließend bleibt nur zu hoffen, dass Roco oder andere HO-Modellhersteller noch weitere Auflieger für die Sattelzugmaschine herausbringen und wir somit auch andere Sattelzugkombinationen in unsere Sammlung aufnehmen können.

Oliver Kroh

Mein Dank geht an
CSM L.R. Vining 701st Support Bn (Main), PAO Kitzingen
 

Literaturhinweise:

- Technical Manuals 5-ton Series of Trucks
- Concord: US-Military Wheeled Vehicles, USAREUR
- Fred W. Crismon: Modern US Military Vehicles
- Internet
- eigene Quellen/Fotos