"SPEARHEAD
SAPPERS" von Oliver Kroh
M 929 Dump Truck
mit M 105A2 Anhänger - Umbausatz von MR-Models
und der Resin-Bausatz
für den Anhänger von Azimut-Ironside im Maßstab 1:35.
Über die
Originalfahrzeuge wurde bereits in der Modell-Fan 03/2004 berichtet. Ich
möchte hier nur die Änderungen gegenüber der Kippervariante
erwähnen. Die Dump Trucks M 929 und M 930 mit Winde basieren auf dem
kurzen Fahrgestell mit einem Radstand von 4,24m Länge. Die beiden
kleinen Kraftstofftanks haben zusammen 439 Liter Fassungsvermögen
und die Kipppritsche mit 3,84 Kubikmetern Inhalt kann mit Sitzbänken,
Spriegeln und Plane zum Personentransport ausgestattet werden. Bis 1992
waren die M 929 Kipper in großer Anzahl vor allem bei den Divisionspionierbataillonen
vorhanden. Heute sind nur noch wenige 5to-Kipper bei schweren Pioniereinheiten
und Standortverwaltungen anzutreffen.
Der Bau des
Kippers
Für den
Umbausatz von MR-Models verwendete ich den Bausatz des M 923A1 "Big Foot"
von Italeri im Maßstab 1:35. Da der Grundbausatz leider auch einige
Schwächen in der Detaillierung aufweist, ist die Verwendung des Ätzteilesatzes
von Eduard wärmstens zu empfehlen. Besonders beim Kühlergrill
kommen die Ätzteile zur Geltung und verleihen dem Modell erst sein
charakteristisches Aussehen. Auch weitere nützliche Teile für
die Fahrerkabine sowie Trittbretter und die Auspuffummantelung sind im
Ätzteilebogen zu finden. Der Umbausatz von MR-Models beinhaltet neben
den Teilen aus grauem Resin zwei Seiten mit Vorbild- und Detailfotos sowie
Teile- und Komplettzeichnungen. Außerdem enthalten ist der komplette
Tarnplan für den NATO-3-Farbanstrich.
Begonnen habe
ich mit dem Fahrgestellrahmen des LKWs. Diesen kürzte ich anhand den
Angaben in der Bauanleitung. Auch den Hilfsrahmen für die Pritsche
baute ich wie vorgegeben. Nur die Montage der beiden Hydraulikzylinder
ist etwas knifflig. Bei abgesenkter Pritsche ist später allerdings
nicht mehr viel davon zu sehen. Deshalb sind hier eventuelle Ungenauigkeiten
nicht so tragisch. Die Rückleuchten ersetzte ich durch Abgüsse
vom Dragon-M1-Abrams. An der Vorderachse ergänzte ich aus 0,5mm Kupferdraht
die fehlenden Druckluftleitungen für die Bremsanlage und den Hydraulikzylinder
für die Lenkung der Vorderräder. Eigene Detailfotos sowie Fotos
aus dem M 939-heft von "Army Wheels in Detail" (Capricorn Publications)
helfen dabei sehr. Der Ersatzradträger zwischen Fahrerhaus und Pritsche
muss ebenfalls komplett selbst gebaut werden. Die Zeichnung in der Bauanleitung
ist leider etwas ungenau. Er kann auf keinen Fall so aus dem Italeri-Bausatz
übernommen werden. Aber die Vorbildfotos in der Bauanleitung helfen
auch hier weiter. Passende L-Profile und Plastic-Sheet gibt es z.B. von
Evergreen. Beim Bau des Fahrerhauses und der Anbauteile für den Rahmen
kamen die Ätzteile von Eduard zum Einsatz. Nachdem die beiden Kraftstofftanks
am Fahrgestell montiert waren, ergänzte ich die beiden Schmutzbleche
dahinter aus 0,25mm Plastic-Sheet. Um später etwas von den Ätzteilen
im Fahrerhaus zu sehen, stellte ich die Fahrertür geöffnet dar.
Die Fahrersitzhalterung verbesserte ich etwas. Das Kupplungspedal und der
manuelle Schaltknauf werden nicht montiert (Automatikgetriebe). Das Luftansaugrohr
hinter dem Fahrerhaus kürzte ich und klebte es im neuen Winkel wieder
zusammen. Das Auspuffrohr muss ebenfalls gekürzt werden. Am Heck des
Fahrgestells wurden noch die Druckluftanschlüsse für den Anhänger
aus Plastic-Sheet dargestellt.
Die Räder
des LKWs
Da ich den M
929 mit der ursprünglichen Doppelbereifung bauen wollte, kam für
mich nur der Rädersatz von Real-Model (Nr. 35023) in Betracht. Es
gibt zwar mittlerweile den M 923 mit Doppelbereifung (Nr. 284) von Italeri,
jedoch können die Räder nicht überzeugen. Vor allem die
Vorderradfelge hat mit dem Original wenig Ähnlichkeit.
Die Kipppritsche
Die Pritsche
und der Fahrerhausschutz wiesen bei mir leider einigen Verzug auf. Dieses
war mit einem Fön und heißem Wasser aber leicht zu beheben.
Die Detaillierung ist gut und die Maße stimmen, jedoch sind
keine Sitzbänke oder Spriegel im Bausatz vorhanden. Da ich die Pritsche
mit einer Plane versehen wollte, musste auch ein Spriegelgestell her. Ich
kürzte dafür die Italeri-LKW-Plane und trennte sie der Länge
nach durch, um sie später auf die Breite der Pritsche neu anzupassen.
Für die eigentliche Plane verwendete ich Kosmetiktücher, die
sich, mit Weißleim getränkt, gut dafür eignen. Diese haben
gegenüber Tempotaschentüchern der Vorteil, dass sie nicht gemustert
und gefaltet sind. Beim Aufbringen ist Vorsicht angebracht, denn die Kosmetiktücher
sind sehr dünn und reißen sehr schnell. Die Heckplane stellte
ich mit gefaltetem Papier dar. Für die Verzurrung der Plane bog ich
aus dünnem Kupferdraht kleine Zurrlaschen und klebte diese an die
Seitenwände und an die Heckklappe. Dort wird die Plane später
mit dünnem Nähgarn vorbildgerecht verzurrt. Die Handgriffe an
der Heckklappe ersetzte ich durch dünne Streifen aus Bleifolie. Möchte
man die großen Schmutzfänger am Heck anbringen, sollte man diese
besser aus dünnem Plastic-Sheet neu anfertigen. Sie sind formtechnisch
bedingt zu dick geraten. Es gibt aber auch Originalfahrzeuge ohne oder
mit kurzen Schmutzfängern.
Lackierung
und Detaillierung
Mein Modell zeigt
einen ungewöhnlichen Tarnanstrich wie er bei einigen Einheiten der
ehemaligen 3. US-Panzerdivision gegen Ende der 80er Jahre häufig zu
sehen war. Viele Besatzungen lackierten ihre Fahrzeuge mit den neuen Farben
des NATO-3-Farb-Tarnstriches, benutzten aber noch die Vorgabe der alten
MERDC-Tarnpläne. Oft wurde auch nur das Schwarz und Braun auf
den ausgeblichenen Grundanstrich gesprüht. Für das ausgeblichene
Forest-Green als Grundfarbe verwendete ich eine Mischung zu gleichen Teilen
aus H-33 Schwarz und H-63 Sand, beide von Humbrol. Das Ganze wurde mit
Weiß aufgehellt. In das Schwarz als zweite Tarnfarbe gab ebenfalls
etwas Weiß um es nicht zu hart wirken zu lassen. Für die braunen
Flecken benutzte ich das H-62 mit etwas H-63. Die Farbanordnung lackierte
ich entsprechend des MERDC-Tarnfleckenplans. Das Fahrerhausverdeck bemalte
ich in einem aufgehellten Khaki (H-26) von Humbrol und die Plane für
die Pritsche in einem abgedunkelten Braun (H-62), ebenfalls von Humbrol.
Die Verschmutzung des gesamten Modells erfolgte mit einer Erdfarbe, bestehend
aus H-26 Khaki plus H-62 Braun mit etwas Weiß. Nach dem anschließenden
„Washing“ mit verdünnter dunkler Ölfarbe und „Drybrushing“ erfolgte
die Detailbemalung und die Darstellung von Gebrauchsspuren und Rost. Die
Markierungen des Modells entsprechen einem Originalfahrzeug des 23. Engineer-Battalions
aus Hanau von 1990. Die Bumper-Codes stellte ich aus Restdecals zusammen,
die sandfarbigen Felder dafür klebte ich mit Maskierfolie ab. Die
gelben Warnstreifen und die Beschriftung auf der Fahrertür sind ebenfalls
Decals. Die Kette an der Stoßstange stammt aus dem Schiffsmodellbau,
die grüne Kolonnenendfahne am Rückspiegel ist aus Papier. Die
Blinkleuchte ist von Roco-MT, die Halterung dafür baute ich anhand
von Originalfotos selbst. Die Gepäckstücke auf der Plane sind
von MR-Models und Academy. Anstelle der sonst üblichen langen Schmutzfänger
am Heck benutzte ich die großen rot-gelben Warntafeln mit den Maßen
11,5 x 11,5mm, die ich an den Ecken etwas abrundete. Auf der Motorhaube
und dem Fahrerhausverdeck stellte ich einige Stiefelabdrücke mit den
Abdruckstempeln von „Calibre“ dar.
Der M 105-Anhänger
Der sehr schöne
Bausatz aus Resin von der Firma Azimut-Ironside im Maßstab 1:35 ist
leider nicht mehr überall zu bekommen. Die Detaillierung und Passgenauigkeit
des Bausatzes ist sehr gut. Alle Teile sind blasenfrei und ohne Verzug
gegossen. Es lässt sich allerdings nur der eigentliche Anhänger
bauen, also ohne Plane und Spriegel. Mein LKW zieht den Anhänger in
der Standard-Version mit Plane. Die Spriegel baute ich aus 3mm dicken Plastic-Sheet-Platten,
die ich an den oberen Ecken entsprechend abrundete. Ich klebte die 5 gleichen
Platten anschließend auf die Seitenwände des Anhängers.
Dünne Plastikstreifen zwischen den Platten stabilisieren diese. Die
Plane selbst entstand wie beim LKW aus Kosmetiktüchern, die ich mit
Weißleim bestrichen habe. Für die Verzurrung der Plane klebte
ich an die Wände des Anhängers kleine Häkchen, die aus dem
Ätzteilesatz für den M 923-LKW stammen. Für die Kabel und
Bremsschlauchanschlüsse an der Deichsel verwendete ich 0,5mm dicken
Kupferdraht, die Stecker dafür entstanden aus Plastik-Rundmaterial
von Evergreen. Das Gatter für die Heckklappe baute ich anhand von
Originalfotos aus entsprechenden Plastic-Sheetstreifen nach. Um die Holzmaserung
darzustellen,, bearbeitete ich die Sheetstreifen vorher mit groben Schleifpapier.
Das fertige Gatter habe ich erst nach der kompletten Lackierung des Anhängers
an die Seite geklebt.
Die Lackierung
des Anhängers
Für den
Grundanstrich verwendete ich ein mit Weiß aufgehelltes Forest-Green
von Testors (Nr.1710), gefolgt von Field-Drab von Humbrol (H-142) und Schwarz.
Verschmutzung und Washing erfolgte wie schon beim LKW. Anschließend
stellte ich einige Farbabplatzer mit Olive Drab (H-155) und dezente Roststellen
dar. Die Plane lackierte ich mit mehreren Schichten Forest-Green. Um den
Kunststoffschimmer der Plane darzustellen, folgte zum Schluss eine Schicht
farblos Seidenmatt von Humbrol. Das „Kolonnen-Ende“-Schild am Heck entstand
am Computer und wurde auf ein Stück Palstic-Sheet geklebt. Die gelben
Warnstreifen und das rote Warndreieck am Heck entstanden aus Decalstreifen,
die rot-gelben Warntafeln aus Tesafilm mit den Maßen 6 x 6mm.
Ein schwarz eingefärbtes
Stück Pappe benutzte ich als Straßenbelag. Dieses habe ich mit
original Hohenfelsstaub eingerieben und auf ein passendes Dioramenbrettchen
geklebt.
Mit dem Grundbausatz
von Italeri und den entsprechenden Zubehör- und Ätzteilen kann
man ein weiteres, sehr interessantes und seltenes Modell bauen. MR-Models
hat die Lücke erkannt und es bleibt abzuwarten, ob es noch weitere
Umbauten auf Basis des M 923 geben wird.
Oliver Kroh
Quellen:
- Concord: US-Military
Wheeled Vehicles
- Jane's Military
Vehicles and Logistics
- Army Wheels
in Detail, Capricorn Publ.
- Concord: USAREUR
- eigene Fotos
- Winfried Schäfer
(Originalfotos)