Detaillierung von Fahrzeugen
 
Oft sieht man sehr gut gebaute Modelle, die durch saubere Verarbeitung und sehr gute Lackierung  auffallen, jedoch im Bereich Detaillierung nichts zu bieten haben.

In folgenden Bereichen kann mit einfachen Mitteln der Gesamteindruck eines Modells aufgewertet werden. 

    * Motorraum
    * Chassis
    * Innenraum
    * Karosserie

Motorraum:

Die einfachste Möglichkeit die Optik aufzuwerten ist es den Motor mit Zündkabeln zu versehen. Hilfreich für das Verkabeln von Motoren sind Originalfotos.

Material: 

    * 0,3 - 0,5 mm Kabel, z.b. aus dem Eisenbahnzubehör, aus dem Elektronikzubehör oder aus dem Programm von Modelcar Garage oder Detail Master
    * Vinylschlauch z.b. aus amt oder Ertl Truckmodellen
    * 0,5 x 0,1 mm Plastiksheetstreifen von Evergreen oder Plastruct
    * Zündverteiler von Detail Master oder Modelcar Garage oder Parts by Parks
    * Fotogeätzte Wire Looms von Detail Master oder Modelcar Garage

Hilfsmittel:

    * Handbohrer
    * 0,5 mm Bohrer
    * ruhige Hand
    * evt. Lupe
    * Bastelmesser

Das Schwierigste ist das Aufbohren der Zündverteiler. In der Regel sind an den Zündverteilern die Zündkontakte erhaben da gestellt. Diese müssen aufgebohrt werden, nach Möglichkeit noch am Gießast. Die Benutzung einer elektrischen Bohrmaschine ist wegen der hohen Drehzahl nicht zu empfehlen. Die Bohrungen dürfen nicht verlaufen.

Am oder den Zylinderköpfen werden die Löcher für die Zündkerzen gebohrt. Die exakte Position kann anhand von Vorbildfotos ermittelt werden.

Zu Verlegung der Zündkabel gibt es verschieden Möglichkeiten. Die Länge muss abgeschätzt werden.

   1. Montage durch den Zylinderkopf

Hier werden die Kabel durch 2 benachbarte Löcher gesteckt, der Kopf auf dem Motor verklebt und zum Verteiler geführt.

   2. Montage in den Zylinderkopf

Der Zylinderkopf ist bereits am Block verklebt. Die Zündkabel werden einzeln verlegen. 

Die Zündkabel können mittels sogenannter Wire Looms geordnet werden. Diese können als Ätzteile verwendet werden oder aus Plastiksheet selbst hergestellt werden. Die teuerste Lösung ist die Verwendung von fertig verkabelten Verteilern.

Weitere Möglichkeiten zur Detaillierung sind die Anbringung von Benzinleitungen, Batteriekabeln und Ölmessstab.
Chassis:

Gerade bei Truckmodellen sehen die Fahrgestelle häufig sehr nackt aus. Hier kann mit Brems- und Dieselleitungen recht einfach Abhilfe geschaffen werden. Bei Fahrzeugen mit Luftfederung können auch die Druckluftleitungen nachgebildet werden. Auch hier benötigt man Vorbildfotos.

Material: 

    * 0,5 mm Draht oder Kabel, z.b. aus dem Eisenbahnzubehör, aus dem Elektronikzubehör oder aus dem Programm von Modelcar Garage oder Detail Master
    * 0,5 x 0,5 mm Plastiksheetstreifen von Evergreen oder Plastruct
    * Air Valve Set von Kit From Services (KFS)

Hilfsmittel:

    * Handbohrer
    * 0,5 mm Bohrer
    * ruhige Hand
    * evt. Lupe
    * Bastelmesser

Aus dem Plastiksheet werden ca. 4 - 6mm lange Streifen geschnitten. Diese werden mit einer durchgehenden Bohrung versehen. Mittig wird noch eine Querbohrung angebracht. Diese Verteiler dienen für die Querabgänge der Leitungen. Die Druckluftventile des Bremssystems können ebenfalls aus Sheet hergestellt werden, oder man verwendet diese aus dem MACK R685ST von amt, alternative kann man auch das Air Valve Set von KFS verwendet. Die Radbremszylinder werden mit 2 oder einer Bohrung je nach Typ versehen. Die Leitungen werden durch Bohrungen im Rahmen nach innen geführt. Üblicherweise sind die Leitungen innerhalb des Rahmens verlegt. Die Leitungen dürfen nicht zu scharfkantig verlegt sein, damit die Bewegungen der Achsen gewährleistet bleiben. Die Druckluftzylinder müssen ebenfalls mit dem Bremsverteiler verbunden werden.  In ähnlicher Form kann man auch für die Leitungen einer Luftfederung vorgehen.
Innenraum

Die einfachste Möglichkeit zum Detaillieren des Innenraumes ist das installieren von Sicherheitsgurten und Türverriegelungen.  Darüber hinaus können mit Strukturspray (Scale Motorsports) oder Flocking (Detail Master oder Ken’s Fuzzy Fur) Teppichböden dargestellt werden.

Material:

    * 0,5 mm Draht
    * Isolierband oder Gewebeband
    * Fotogeätzte Gurtschlösser von Detail Master, Verlinden, Modelcar Garage etc.
    * Plastiksheetstreifen

Hilfsmittel

    * Bastelmesser
    * Seitenschneider

Gerade ältere Fahrzeuge haben noch die alten Türverriegelungsknöpfe. Einfach ein Loch in die Oberkante des Türinnenteiles bohren; Draht rein, fertig oder man zieht sich ein Stück Gießast über der Kerze  dünn und erwärmt ein Ende so das ein Knauf entsteht.

Meistens sind die Sicherheitsgurte an der B-Säule befestigt. Den oberen Befestigungspunkt kann man als Dreieck aus Draht biegen, der untere Befestigungspunkt wird als U ausgeführt. Beide im Modell montieren, ggf. kann man den unteren auch weglassen. Das Band in der entsprechenden Breite zuschneiden, einfädeln und fixieren. Das Gurtschloss wird aus Sheet hergestellt und entweder direkt am Sitz montiert oder als Peitsche am Kardantunnel montiert.  Die Lasche zum einstecken in das Schloss kann entweder aus Draht gebogen werden oder aus einem Fotoätzsatz von Detail Master oder Modelcar Garage verwendet werden. 
Karosserie

Eine Antenne aus 0,3 wirkt oft Wunder. Angeprägte Türgriffe mittels 0,5 mm Bohrer aufbohren. Den zwischen den Bohrungen verbleibenden Steg vorsichtig entfernen. Und fertig ist der Türgriff. Scheibenumrandungen mittels Bare Metal Folie verchromen. Im Zubehörhandel gibt es für sehr viele Fahrzeuge teure Ätzteile zum Aufwerten der Karosserie. Aber es geht auch einfacher. Schriftzüge und Embleme können mittels Bare Metal Folie verchromt werden. Etwas Folie auf den Schriftzug aufbringen, überlackieren und vorsichtig die Farbe abschmirgeln, fertig.

Text: M.Winkler